Zur Startseite

Für alle Fälle Quackenbusch!
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3

Der Bodyguard
Kapitel 1
Kapitel 2

Die Legende von Mähdrescher Island
Kapitel 1

Die  Fälle des David Dorsten
Kapitel 1
Kapitel 2




Kapitel 1: Ein Quacksalber kommt selten allein

Wie gewöhnlich hielt der smaragdgrüne Sportwagen von Dr. Augustus H. Quackenbusch auf dem Parkplatz des Bonz-City Hospitals. Dr. Quackenbusch stieg aus, verschloss den Wagen und betrat die Eingangshalle des Krankenhauses.

Dort wurde er bereits von dem ungehaltenen und zornig dreinblickenden Chefarzt Professor Dr. Egelsberg erwartet: „Dr. Quackenbusch! Wenn ich mich recht erinnere, hätte ihr Dienst bereits vor zwei Stunden beginnen sollen!" Dr. Quackenbusch baute sich neben dem Chefarzt auf und setzte sich den Zeigefinger an sein Kinn, um nachdenklich zu wirken: „Und wenn ich mich recht erinnere, wollten Sie mich heute morgen deswegen anrufen!" „Warum hätte ich Sie wohl anrufen sollen?!", entgegnete der Chefarzt noch erboster. „Aha! Da sieht man es wieder! Von mir erwarten Sie ständig, dass ich hier rumhänge und meine kostbare Zeit vertrödele, aber Sie haben es nicht einmal nötig, ein lumpiges Telefonat zu führen! Ein feiner Chefarzt sind Sie!" Der Chefarzt, der selten eine solche Unverschämtheit gehört hatte, wurde laut: „Was fällt Ihnen ein! Ich möchte auf der Stelle wissen, warum Sie heute wieder zu spät erschienen sind?!" „Nun, das werde ich Ihnen sagen", erklärte Dr. Quackenbusch selbstsicher. „Ich konnte heute morgen auf keinen Fall pünktlich kommen." „Und wieso?", fragte der Chefarzt. „Weil ich zu spät zu hause losgefahren bin!", antwortete Dr. Quackenbusch während er sich eine Zigarre anzündete. „Doktor! Sie sind hier in einem Krankenhaus!"

Dr. Quackenbusch sah sich demonstrativ in der Eingangshalle um: „Ach, das nennen Sie ein Krankenhaus? Ein feines Krankenhaus, muss ich schon sagen. Was würden Sie von einem Krankenhaus halten, in dem der Chefarzt seine Mitarbeiter ständig von der Arbeit abhält? Ich habe wahrhaftig Wichtigers zu tun, als den ganzen Morgen mit Ihnen zu schwatzen! Ich habe jede Menge kranke Leute in meiner Abteilung, aber Ihnen ist es ja wichtiger meine wertvolle Zeit zu vergeuden."

„Ich möchte doch stark bezweifeln, dass Sie Ihrer Verantwortung als Arzt gerecht werden, Doktor!"

„Sagen Sie das nicht! Erst gestern habe ich mir sogar meine Arbeit mit nach Hause genommen!", sagte Dr. Quackenbusch mit übertriebener Entrüstung. „Oh, das wusste ich nicht. Darf ich fragen, um was es sich handelte?" Dr. Quackenbusch wippte mit den Augenbrauen: „Erinnern Sie sich an das junge, blonde Ding mit den Schlafstörungen? „Ja. Was ist mit ihr?" „Nun, ich habe sie gestern abend mit zu mir genommen, um mir ein genaueres Bild über die Symptome machen zu können." „Und, was kam dabei heraus?" „Also, ich glaube, dass ihre Krankheit ansteckend sein muss!" „Ach, und wie kommen Sie zu dieser Diagnose?" „Nun, geschlafen habe ich gestern nacht auch nicht, wenn Sie wissen was ich meine!"

Dr. Quackenbusch zog kräftig an seiner Zigarre und blies dem Chefarzt den Rauch ins Gesicht: „Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden, ich möchte nachsehen, ob heute noch was im OP frei ist. „Sie wollen heute noch operieren?", fragte der Chefarzt. „Nein, ich will nur sehen ob er frei ist. Wenn ich heute meinen Mittagsschlaf halte, will ich nicht ständig gestört werden!"

Vergnügt ging Dr. Quackenbusch zu seinem Büro. Er betrat das Vorzimmer und seine Sprechstundenhilfe machte sich sofort daran, ihm aus dem Mantel zu helfen. „Guten Morgen Spatzi!", wurde Sie von Ihrem Chef begrüßt. „Sie sollen das doch nicht zu mir sagen! Ich schätze das nicht." „Na schön", antwortete Dr. Quackenbusch, „Dann sage ich künftig eben nicht mehr guten Morgen!"

Leicht beleidigt folgte Sie dem Doktor in sein Sprechzimmer. Dr. Quackenbusch warf sich in seinen Sessel und schlug die Beine auf der Tischplatte übereinander: „Habe ich heute Morgen schon was verpasst? Ist die Zeitung schon da? Beantworten Sie die zweite Frage zuerst!" „Nein, die Zeitung ist noch nicht da." „Schlamperei! Wofür habe ich das Käseblatt eigentlich abonniert?" Die Miene der Sprechstundenhilfe verfinsterte sich: „Das Abonnement wird übrigens immer noch von meinem Konto abgebucht! Das wollten Sie doch regeln!" „Hören Sie, Spatzi. Ich bin ein vielbeschäftigter Mann. Die Hälfte meines Leben verbringe ich mit unheilbar Kranken." „Und die andere Hälfte?", fragte die Sprechstundenhilfe mitfühlend. „Die verbringe ich hier mit Ihnen und den Patienten. Ich kann ja schließlich nicht dauernd in der Kneipe rumhängen." Der Doktor lehnte sich entspannt zurück: „Also, was gibt’s neues?"

„Zuerst war dieses Fräulein Spängler da." „Spängler?, Spängler? Sollte ich die kennen?" „Na, diese Schauspielerin, die Sie auf Schadensersatz verklagen will." „Ach die! Die soll bloß ruhig sein. Immerhin habe ich ihr zu ihrem großen Durchbruch verholfen!" „Ja, aber nur zu dem vom Blinddarm! Deshalb ist Sie auch zu ihrem Anwalt gegangen!" „Sehen Sie, Spatzi. Das ist der Fehler! Zum Arzt hätte Sie gegen sollen, nicht zum Anwalt. Gab’s sonst noch irgendwelche Lappalien?" Spatzi schüttelte den Kopf. „In Ordnung. Dann werde ich jetzt meine Visite machen." „Der Chefarzt hatte Sie doch gebeten, in nächster Zeit von Ihrer Visite Abstand zu halten. Es war beim letzten Mal schwer genug, die Krankenblätter wieder richtig zuzuordnen."

„Spatzi, es fällt mir schon reichlich schwer, vom Alkohol Abstand zu halten. Ein Vergnügen müssen Sie mir schon lassen!" Unbeirrt griff Dr. Quackenbusch nach seinem Arztkittel und zog ihn im Hinausgehen über. Im Flur der Krankenstation 1 traf er auf Schwester Helga, die gerade mit der Medikamentenausgabe beginnen wollte. „Ach, Schwester. Haben Sie in letzter Zeit größere Mengen Aufputschmittel mitgehen lassen?"

Schwester Helga sah den Doktor mit großen Augen an: „Natürlich nicht!" „Aha!", sagte Dr. Quackenbusch vorwurfsvoll, während er etwas aus seine Hosentasche kramte. „Und wo glauben Sie, habe ich diese Tablettenröllchen gefunden?" „Ich habe keine Ahnung, Herr Doktor!" „Na bestens. Das ist genau das Personal, das wir brauchen. Glauben Sie, dass Sie den richtigen Beruf ausüben, wenn Sie keine Ahnung haben?" Die Stationsschwester reagierte verwirrt: „Ich meinte damit, dass ich nicht weiss, wo Sie die Tabletten gefunden haben." „Na gut, dann werde ich es Ihnen sagen. Ich habe sie zwischen meiner Unterwäsche gefunden!"           

nächste Seite